Return-Path: <owner-linux-bern@icemark.ch>
Received: from varenorn.icemark.ch (majordom@varenorn.icemark.ch [212.40.16.225])
     by stinky.trash.net (8.9.1a/8.9.0) with ESMTP id MAA03797;
     Thu, 10 Dec 1998 12:02:37 +0100 (MET)
Received: (from majordom@localhost)
     by varenorn.icemark.ch (8.8.8/8.8.8/Debian/GNU) id NAA06091
     for linux-bern-list; Thu, 10 Dec 1998 13:05:47 +0100
Received: from fenun.icemark.ch (beh@fenun.icemark.ch [212.40.16.226])
     by varenorn.icemark.ch (8.8.8/8.8.8/Debian/GNU) with ESMTP id NAA06087;
     Thu, 10 Dec 1998 13:05:45 +0100
Datum: Thu, 10 Dec 1998 12:00:15 +0100 (CET)
Von: Benedikt Eric Heinen <beh@icemark.ch>
An: Michele Weber <weber@lhep.unibe.ch>
CC: linux-bern@icemark.ch
Betreff: Re: [linux-bern] Linux Users Group Bern
In-Reply-To: <Pine.SOL.3.96.981209131528.853B-100000@lhepsun1>
Nachrichten-ID: <Pine.LNX.4.05.9812101035570.4609-100000@fenun.icemark.ch>
MIME-Version: 1.0
Content-Type: TEXT/PLAIN; charset=US-ASCII
Absender: owner-linux-bern@icemark.ch
Precedence: bulk
Status: U
X-Mozilla-Status: 8011
X-Mozilla-Status2: 00000000
X-UIDL: 7229bb70be9a957f4b6ec09bde02a7fa

[irgendwie ging hier noch ein Punkt verloren, der in den nachfolgenden
Betrachtungen nicht mehr aufgegriffen wurde...]

> Um was geht es eigentlich ?
>
> Um Geld zu machen ? Soll die LUG eine kommerzielle Firma werden , die
> Linux Loesungen und Support anbietet und damit Geld macht ?
> Dann lasst euch doch von SuSE anstellen und oeffnet eine Filiale in Bern.

Michele spricht hier eigentlich einen sehr wesentlichen Punkt an, naemlich
das schon mehrfach vorher angefuehrte Geld - eine User Group ist
natuerlich NICHT primaer ein kommerziell orientiertes Geruest (oder -
sollte es eigentlich nicht sein). Nur - warum sich dagegen verwehren, wenn
man mit Linux auch Geld machen koennte? Schon mal daran gedacht, das
dieser Aspekt unter Umstaenden sogar mehr und mehr Firmen fuer Linux
interessieren kann? Wenn Leute zeigen koennen, dass sich mit einem
kostenlosen Betriebssystem Geld machen laesst, dann ist das doch genau
das, was Firmen hoeren wollen...

Aber - eine Linux User Group sollte selbst nicht kommerziell orientiert
sein, nur muss man sich schon noch ueberlegen, wie und was man wem
anbieten will.

Wenn die UG selbst Neulingen Informationen geben will, dann bringt das
noch nicht viel - man muss einem Einsteiger auch zeigen wie es geht. Aber,
wenn eine Firma ankommt, um sich mal eben zeigen zu lassen, *WIE* Linux
funktioniert, dann meine ich, dass sich diese Firma dafuer auch
finanziell erkenntlich zeigen sollte (schliesslich sind Firmeninteressen
meist ja auch nicht so 100% uneigennuetzig), was die UG selbst ja dann
auch wieder fuer Eigenwerbung einsetzen koennte, um wieder mehr Leute fuer
Linux begeistern zu koennen, bzw. Kontakt zu mehr Linux-Usern
herzustellen.

Kommen wir zu dem auch schon zitierten Extremfall:

Sonntag Nacht 3 Uhr - Fa. XYZYX AG ruft Dich an, klingelt Dich aus dem
   Bett, weil Ihr Linux Probleme macht...

Sorry, aber wenn es sooo sehr brennt, dass mich jemand Sonntags morgens um
3 aus dem Bett schmeisst, dann ist das keine Sache, fuer die ich am
Schluss nur einen feuchten Haendedruck will (egal wie banal das Problem
ist), sonst wuerde das ja in Zukunft jeder machen.

Nur - in der ganzen Diskussion werden mir hier fuer meinen Geschmack ein
paar Begriffe zu austauschbar verwendet; vor allem der Begriff der
Beratung.

Ich sehe das so:

Beratung:       *WAS* braucht jemand etwas und *WARUM*?
Unterstuezung:  *WIE* funktioniert etwas, und *WARUM* funktioniert das
                aber im Moment nicht oder auch *WAS* muss ich jetzt hier
                tun?

Fuer die "Beratung" (a la Verkaufsgespraech) kann man weder bei einer
Privatperson noch bei einer Firma Geld verlangen.

Fuer Unterstuetzung ist das ein wenig was anderes:

  - Wenn eine Privatperson von mir wissen will, wie "ls" funktionioiert,
    wie man einen sauberen Shutdown macht oder aehnliches, dann werde ich
    dem dafuer wohl nicht viel abknoepfen (fuer den Aufwand mal ein
    kleines z'nacht bei einem Chinesen oder so).

  - Wenn eine Firma daherkommt, und fragt, wie genau man eine Firewall
    aufsetzt, dann soll sie auch was dafuer zahlen - so sehr ich mir
    wuensche, dass Linux mehr Verbreitung findet, so bin ich aber nicht
    bereit, meine Freizeit (und neben Arbeit + Abendtech habe ich davon
    eh nicht so viel) einfach so zu verschenken, wenn ich sehe, dass der
    Empfaenger darauf sein Biz macht...

Sowas sind einfach Faelle, die man schon vorher ansehen sollte - nur
leider wurde die ganze Diskussion schon etwas "Geld-lastig", aber klaeren
sollte man diesen Aspekt schon...  [Es waere allerdings schon, wenn man
das doch eher zu einem NEBEN-Thread machen koennte... ;)]

MfG

  Benedikt

ULTIMATUM, n.  In diplomacy, a last demand before resorting to concessions.
                                 [Ambrose Bierce, "The Devil's Dictionary"]
